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Verliere ich zu viele Haare?

Glänzende, dichte Haare strahlen Schönheit und Gesundheit aus. Umso schlimmer ist es, wenn die Pracht plötzlich ausfällt. Welche Anzeichen dafür sprechen
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 18.10.2016

Ständig Haare in der Bürste: Bis zu einem gewissen Grad ist das ganz normal

W&B/Stockbyte

In der Bürste, in der Dusche, auf dem Boden, auf dem Kopfkissen: überall Haare. Da fragt man sich: Ist das noch normal oder habe ich Haarausfall? Ärzte sagen: Es ist ganz natürlich, dass wir jeden Tag einen gewissen Anteil unserer Kopfpracht einbüßen.

Jedes Haar durchläuft in einem bestimmten Zeitraum einen Zyklus, der aus einer Wachstums-, einer Übergangs- und einer Ruhephase besteht. Der Hauptteil unseres Schopfes befindet sich im Wachstum, ein kleiner Teil allerdings auch im Übergang und im Ruhestadium. Nachdem die Haare ihre Stoffwechselaktivität eingestellt haben, fallen sie aus. Das ist ein natürlicher Vorgang.

Täglich bis zu 100 Haare verlieren: Ist das normal?

Wie viele Haare sich im Schnitt lösen und wann dies überhand nimmt, dazu findet sich in der Literatur häufig die magische Schwelle von hundert Stück pro Tag. Hautarzt Dr. Harald Bresser aus München ist der Meinung, dass diese Zahl nur als grober Anhaltspunkt zu verstehen ist: "Jeder Mensch verliert täglich unterschiedlich viele Haare – zwischen 20 und 200 Stück."

Waschen Sie beispielsweise Ihren Schopf – und das nicht täglich – dann tummeln sich danach besonders viele blonde, rote oder brünette Strähnen auf dem Boden. Einige Menschen haben zudem das Gefühl, im Frühjahr oder Herbst eine Art Fellwechsel durchzumachen. Sie lassen zu diesen Jahreszeiten mehr Haare als sonst. "Das ist ein Relikt der Evolution", sagt Bresser.

Ursachen von Haarausfall

Es muss also kein unnatürlicher Haarausfall vorliegen, wenn Sie Haare verlieren. Aufpassen sollte man dennoch, denn manchmal trügt der Schein nicht. Verschiedenste Faktoren können vorübergehend zu vermehrtem Haarverlust führen. Stress, Krankheiten, Nährstoffmangel und Medikamente sind nur einige Beispiele. In den allermeisten Fällen sind aber die Gene schuld, wenn mit der Zeit die Kopfhaut durchschimmert. Bestimmte Erbgutanteile bewirken, dass die Haarwurzeln unter dem Einfluss körpereigener Hormone ihre Funktion einstellen. Es kommt zum anlagebedingten Haarausfall, medizinisch androgenetische Alopezie genannt.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Haarfülle nachlässt, können Sie einen Selbstversuch starten. Sammeln Sie für zirka vier bis fünf Tage die Strähnen ein, die Sie zum Beispiel auf Boden, Waschbecken und Bürste finden. Die Haare stecken Sie täglich in einen Briefumschlag und zählen sie grob. Vergleichen Sie auch mal, wie viele Haare ausgehen, wenn Sie den Schopf waschen und wenn sie das ein paar Tage nicht tun. "Nach der Haarwäsche gehen normalerweise vermehrt lockere Haare aus, am nächsten Tag dafür deutlich weniger", erklärt Bresser. Verlieren Sie täglich gleich viele Haare, ist das laut dem Experten eher auffällig. Auch wenn Sie plötzlich ganze Büschel in der Hand halten, der Scheitel sichtbar ausdünnt oder lichte Stellen entstehen, sind das Hinweise auf Haarausfall.

Bemerken Sie solche Anzeichen oder haben das Gefühl, die Haarpracht wird merklich dünner, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der kann nach den Ursachen forschen und feststellen, ob Sie wirklich zu viele Haare verlieren.

W&B/Privat

Unser Experte: Dr. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Anästhesiologie mit einer niedergelassenen Praxis in München

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Bildnachweis: W&B/Stockbyte, W&B/Privat

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